Bei mir wirkt – laut Auskunft meines Arztes – das Hormon Insulin nicht mehr richtig. Kommt das häufiger vor?
Der Fachbegriff dafür ist „Insulinresistenz“. Dabei handelt es sich um ein durchaus verbreitetes Phänomen, das als gefährliche Vorstufe oder Begleiter einer Zuckererkrankung gilt. Das Hormon Insulin steuert bei gesunden Menschen zusammen mit einem anderen Botenstoff (Glukagon) die Höhe des Blutzuckers, indem es dessen Aufnahme in die Zellen ermöglicht. Zudem ist Insulin auch für die Speicherung von Fettmolekülen zuständig. Wenn allerdings seine Andockstellen an den Zellwänden durch andere Moleküle – beispielsweise Fette – verklebt sind, kann es nicht mehr seine volle Wirkung entfalten. Der Körper bemerkt dies und leitet Gegenmaßnahmen ein: Insbesondere instruiert er die Bauchspeicheldrüse, vermehrt Insulin auszuschütten. Solange diese dazu in der Lage ist, immer größere Mengen zu produzieren, bleibt der Patient von einer Zuckererkrankung verschont. Irgendwann aber erschöpfen sich die Produktionskapazitäten der Bauchspeicheldrüse. Manchmal dauert das zehn, manchmal zwanzig oder noch mehr Jahre. Doch dann ist es so weit: Der Patient erkrankt an Diabetes Typ II.