hat ScienceKids: Kinder entdecken Gesundheit, das von der AOK Baden-Württemberg in Zusammenarbeit mit den Hochschulen Karlsruhe, Heidelberg und Konstanz entwickelte Modellprojekt zur Gesundheitsbildung für Kinder im Grundschulalter, zum Preisträger des Gesundheitspreises 2008 gewählt.
Falsche Ernährung, Bewegungsmangel und daraus resultierendes Übergewicht waren Anlass, in einem Camp gemeinsam mit Kindern Unterrichtsmaterialien zu entwickeln, die als Lehr- und Lernunterlagen baden-württembergischen Grund-, Haupt- und Sonderschulen zur Verfügung stehen und Bestandteil der Lehrerfortbildung sind. Basis ist ein praktisches, erlebnisorientiertes, aktives Lernen: Die Schüler schmecken, riechen, sehen, hören, experimentieren, forschen und probieren. Das Konzept setzt auf den kindlichen Forscherdrang und die natürliche Neugier. Durch selbstständiges Experimentieren und Ausprobieren in den einzelnen Lernmodulen können die Schüler wichtige Zusammenhänge zwischen Bewegung und Ernährung erfahren und verstehen sowie Antworten auf ihre Fragen finden. Sie lernen auf positive Weise, was ihnen guttut und zu ihrem Wohlbefinden beiträgt: gesunde Ernährung und Bewegung.
Der Gesundheitspreis wurde am 4. Juli 2008 in Baierbrunn bei München verliehen.
Laudator: Prof. Dr. Thomas Meinertz, Direktor der Klinik und Poliklinik für Kardiologie/Angiologie, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf und Beirat der Stiftung Rufzeichen Gesundheit!
Festredner: Dr. Eckart von Hirschhausen, Arzt, Kabarettist und Buchautor mit dem Vortrag: Humor hilft heilen
Start des Modellprojekts "ScienceKids" in der Grundschule Walheim.
Film: Jörg Jovy.
PREISTRÄGER 2007: 2007 wurde der Gesundheitspreis ausnahmsweise zwischen zwei Bewerbern geteilt und ein Sonderpreis, der das besondere Engagement von Kindern und Jugendlichen würdigt, vergeben.
Fitness für Kids
Foto: Bernhard Huber
Fitness für Kids ist ein frühpräventives Bewegungsprogramm für Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter. Erzieher und Erzieherinnen werden von Übungsleitern der Initiative in einer vielfältigen und für junge Kinder altersadäquaten Bewegungserziehung geschult. Das Programm soll motorische Grundeigenschaften wie Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit und Fitness fördern und gleichzeitig Freude an Bewegung vermitteln. Kostenlose oder billige Alltagsmaterialien wie Fliegenklatschen, Putzschwämme oder Zeitungen ersetzen teure Sportgeräte. Nach einem halben Jahr Starthilfe übernehmen die zwischenzeitlich ausgebildeten und zertifizierten Erzieher und Erzieherinnen die Durchführung der Bewegungserziehung. Da sie als Multiplikatoren fungieren, kann das Programm kostenneutral weiter bestehen.
Die Sportwissenschaftlerin Dr. Kerstin Ketelhut entwickelte das frühpräventive Bewegungsprogramm, dem Studien über Bewegungsmangel und damit verbundene Risikofaktoren zugrunde liegen. Mittlerweile ist das Projekt an über 100 Berliner Kindertagesstätten und Grundschulen, die vorwiegend in sozialen Brennpunkten liegen, etabliert. Die KKH-Kaufmännische Krankenkasse und andere Sponsoren haben die Starthilfe finanziert.
Obeldicks

Foto: Bernhard Huber
Obeldicks ist ein Schulungsprogramm der Vestischen Kinder- und Jugendklinik Datteln der Universität Witten/Herdecke für massiv übergewichtige Kinder und ihre Eltern. Das einjährige ambulante Programm umfasst neben ärztlicher Betreuung eine Ernährungs-, Verhaltens- und Bewegungstherapie. Das Ziel ist keine Gewichtsreduktion durch Diät, sondern eine grundsätzliche Lebensveränderung. Kinder und Jugendliche werden in einem Programm geschult, das nicht nur Erfolg hat, sondern auch Spaß macht. Mithilfe eines Ampelsystems wird die sinnvolle Bewertung von Lebensmitteln erlernt, ein verändertes Essverhalten wird geschult und die schmackhafte attraktive Umsetzung im Alltag in der Praxis geübt. Psychologen begleiten die Patienten und deren Eltern mit individuellen Beratungsgesprächen. Das Verhaltenstraining lehrt soziale Kompetenz, zeigt Lösungswege für Probleme auf und stärkt das Selbstvertrauen. Basierend auf dem Konzept der Psychomotorik wird den Kindern entsprechend ihren Fähigkeiten ein Bewegungsraum aufgezeigt, indem sie ermutigt werden Eigeninitiative zu entwickeln. Die Gruppe fördert die Motivation, stärkt das Selbstvertrauen und hilft, ein neues Körpergefühl zu empfinden.
PD. Dr. Thomas Reinehr baute das Schulungsprogramm, das nachweislich auch fünf Jahre nach Ende der Schulung signifikante Erfolge in der Gewichtsreduktion nachweisen kann, auf.
Schüler informieren gemeinsam über Bluthochdruck, Übergewicht und Diabetes

Foto: flashpoint studio/s.bartz & a. hirsch
ist eine Initiative des Diabetes Forums Konstanz e.V., die den Diabetikertag 2006 in Konstanz wesentlich bereicherte. 10 Konstanzer Schulen nahmen an dem Projekt teil. Unterstützt vom Diabetes Forum beschäftigten sie sich in Projekttagen, Projektarbeiten und Unterrichtseinheiten mit dem Problemfeld Diabetes. Das Ziel war, die Bevölkerung am nächsten Diabetikertag zu informieren. Als Ergebnis präsentierte jede der beteiligten Klassen das Thema Diabetes auf eine andere Weise: So gab es beispielsweise Infostände, einen Diabetesquiz, Zirkusakrobatik, eine ökonomische und soziale Auswertung oder ein Theaterstück. Der Kreativität waren keine Grenzen gesetzt. Die überwältigende Resonanz dieser Initiative, die ungewöhnlich viele Besucher auf den Diabetikertag lockte und so dafür sorgte, dass sich viele Menschen mit Diabetes, Ernährung und Prävention beschäftigten, spricht für sich.
Die Idee und Planung der Diabetesassistentin Waltraud Weiss und das außergewöhnliche Engagement vieler Schüler und Schülerinnen führten das Projekt zu einem großen Erfolg.
Der Gesundheitspreis wurde am 6. Juli 2007 in Baierbrunn bei München verliehen.
Laudator: Prof. Dr. Klaus Bös, Leiter Institut für Sportwissenschaften, Universität Karlsruhe
Festrednerin: Vera Cordes, TV-Moderatorin des wöchentlichen Gesundheitsmagazins VISITE des Norddeutschen Rundfunks
PREISTRÄGER 2006:
Foto: Aleksander Perkovic
M.O.B.I.L.I.S. – „multizentrisch organisierte bewegungsorientierte Initiative zur Lebensstiländerung in Selbstverantwortung“
M.O.B.I.L.I.S. überzeugte mit seiner sinnvollen Konzeption und seinen nachgewiesenen Erfolgen die mit renommierten Experten besetzte Jury des Gesundheitspreises der Stiftung RUFZEICHEN GESUNDHEIT!. Der Name M.O.B.I.L.I.S. steht für „multizentrisch organisierte bewegungsorientierte Initiative zur Lebensstiländerung in Selbstverantwortung“. Das auf wissenschaftlichen Maßstäben beruhende Konzept zielt auf die ganzheitliche Therapie der Fettleibigkeit (Adipositas). Darüber hinaus verringert es weitere Risiken wie Bluthochdruck und Störungen im Fett- und Zuckerstoffwechsel. Somit beugt M.O.B.I.L.I.S. genau den vier Facetten des Metabolischen Syndroms vor, die Mediziner als „tödliches Quartett“ bezeichnen.
Bisher werden die M.O.B.I.L.I.S.-Kurse deutschlandweit in mehr als 70 Orten angeboten, weitere Gruppen sollen folgen. Entwickelt hat das Schulungsprogramm die Abteilung Rehabilitative und Präventive Sportmedizin in der medizinischen Universitätsklinik Freiburg unter Projektleitung von Professor Aloys Berg zusammen mit der Deutschen Sporthochschule Köln, Institut für Kreislaufforschung und Sportmedizin, unter der Projektleitung von Professor Hans-Georg Predel.
Bis zum Jahr 2005 wurde der Gesundheitspreis RUFZEICHEN GESUNDHEIT! von der Apotheken Umschau, Deutschlands größtem Gesundheitsmagazin, für herausragende Leistungen im deutschen Gesundheitswesen vergeben.
Preisträger 2005: Das Interdisziplinäre Zentrum für Palliativmedizin am Klinikum der Universität München (IZP)
Als Teil der Universitäts-Klinik München sind unter dem Dach des Interdisziplinären Zentrums für Palliativmedizin (IZP) die Bereiche der palliativen Krankenversorgung, weit gefächerte Forschungsaktivitäten, die Ausbildung der Medizinstudenten in Palliativmedizin sowie die Fort- und Weiterbildung für alle Berufe der Palliativ-Versorgung im Rahmen der Christophorus-Akademie zusammengefasst. Die in dieser Form singuläre Einrichtung besteht seit 2003.
Ziel des IZP ist es, schwerstkranken und sterbenden Patienten eine optimale palliativmedizinische Betreuung zukommen zu lassen. Darüber hinaus soll palliativmedizinisches Wissen so effizient und breitenwirksam wie nur möglich weitergegeben werden.
Die Preisverleihung erfolgte am 7. Juli 2005 in Baierbrunn bei München.
Laudator: Prof. Dr. Heyo Eckel, Präsident der Ärztekammer Niedersachsen
Festredner: Dr. Klaus von Dohnanyi, ehemaliger Erster Bürgermeister der Stadt Hamburg
Preisträger 2004: Deutsche Kinderkrebsstiftung mit ihrem „Waldpiraten-Camp“
Die Deutsche Kinderkrebsstiftung setzt sich für innovative Forschung, eine Verbesserung der Behandlungsmethoden und der Lebensqualität krebskranker Kinder und Jugendlicher ein. Die Förderung patientenorientierter Forschungsobjekte, Beratung und Information von Betroffenen und finanzielle Unterstützung von Familien, die durch die Erkrankung eines Kindes in Not geraten sind, gehören zu ihren wichtigsten Anliegen. Mit der Gründung des „Waldpiraten-Camps“ im Jahr 2003 wurde die erste deutsche Einrichtung geschaffen, die krebskranken Kindern und Jugendlichen eine positive Krankheitsbewältigung durch aktive soziale Erlebnisse ermöglicht.
Die Preisverleihung fand am 11. November 2004 in Berlin statt.
Laudatorin: Helga Kühn-Mengel (MdB), Patientenbeauftragte der Bundesregierung
Festredner: Bundespräsident a. D. Dr. Roman Herzog
Preisträger 2003: Der Bunte Kreis e. V., Förderkreis der Kinderklinik Augsburg
Seit 1994 fördert „Der Bunte Kreis e. V.“ die Kliniknachsorge chronisch-, krebs- und schwerstkranker Kinder und unterstützt Familien bei der häuslichen Pflege. Ohne ihn wäre für viele Kinder eine Rückkehr nach Haus unmöglich. Mit Geld, Fachkräften, medizinischen Geräten, bei Verhandlungen mit Kostenträgern wird ebenso geholfen wie mit der Erfahrung vieler Mitglieder. Am Klinikum Augsburg entstanden, wurde das Konzept mittlerweile überregional zum Vorbild.
Die Preisverleihung erfolgte am 6. November 2003 in Berlin.
Laudator: Prof. Dr. Reinhard Kurth, Präsident des
Robert-Koch-Instituts
Festredner: Bundespräsident a. D. Dr. Richard von Weizsäcker
Preisträger 2002: „Kinderhospiz Balthasar“ in Olpe
Seit 1998 bietet das „Kinderhospiz Balthasar“ in Olpe unheilbar kranken Kindern, ihren Eltern und Geschwistern Geborgenheit und Unterstützung. Das Hospiz will den Kindern und ihren Angehörigen ein zweites Zuhause sein auf dem Weg von der schrecklichen Diagnose „unheilbar krank“ bis zum Tod des Kindes. Dafür steht auch der zutiefst humane Leitsatz dieser lange Zeit einzigartigen Einrichtung in Deutschland: „Wir können dem Leben der Kinder nicht mehr Tage geben, aber den Tagen mehr Leben.“
Die Preisverleihung fand am 21. Februar 2002 in München statt.
Laudatorin: Dr. Marianne Koch, Präsidentin der Deutschen Schmerz-Liga
Festredner: Dr. Heiner Geißler, Bundesminister a. D.