Interview mit dem 1.Vorsitzenden der Stiftung RUFZEICHEN GESUNDHEIT!, Hartmut Becker:

Warum widmet sich die Stiftung Rufzeichen Gesundheit! einem einzigen Symptomenkomplex, dem Metabolischen Syndrom?

Das Metabolische Syndrom ist die mit Abstand häufigste Wohlstandserkrankung: Dennoch sind die gesundheitlichen Gefahren, die der Symptomenkomplex birgt, in der Bevölkerung noch zu wenig bekannt, oder aber sie werden stark unterschätzt. Häufige Folgeerkrankungen sind Herzinfarkt, Schlaganfall, Diabetes und Durchblutungsstörungen der Beine. Dabei wäre das Metabolische Syndrom komplett vermeidbar, wenn die Menschen frühzeitig vorbeugen würden. Und selbst in späten Stadien kann man den Betroffenen oft noch helfen und viel Leid ersparen.

Haben Ihre langjährigen persönlichen Erfahrungen als niedergelassener Facharzt für Allgemeinmedizin für diese Ausrichtung der Stiftung eine Rolle gespielt?

Ja, natürlich. Die Behandlung von Menschen mit Übergewicht, Bluthochdruck, Fett- und Zuckerstoffwechselstörungen gehört zu den täglichen Aufgaben eines jeden Hausarztes. Leider habe ich dabei feststellen müssen, dass die Menschen oftmals viel zu spät zu mir kamen. Meistens fehlte einfach das Wissen um diese Wohlstandserkrankung.

Das versucht die Stiftung zu ändern.

 Genau, wir wollen die Menschen sensibilisieren für die Gefahren des Metabolischen Syndroms. Wir wollen sie motivieren, ihr persönliches Risiko zu minimieren. Denn schließlich gibt es sehr wirkungsvolle Mittel dagegen. Noch dazu sind sie kostenlos, vollkommen frei von Nebenwirkungen und führen darüber hinaus zu einem erheblichen Gewinn an Lebensqualität: Gemeint sind viel Bewegung und eine gesündere Ernährung. Eine Umstellung der Lebensgewohnheiten kann jeder schaffen. Meist gelingt es nicht von heute auf morgen, sondern in vielen kleinen Schritten.

Bestehen bereits Kooperationen mit anderen Verbänden oder Organisationen?

Aus meiner täglichen Arbeit im Verlag gibt es sehr gute Beziehungen zu Medien, gemeinnützigen Organisationen, Patientenverbänden, Ärzteschaft und Apothekern. Aus diesem Netzwerk heraus werden zurzeit konkrete Projekte entwickelt. Ich hoffe, dass wir einige schon in den kommenden Wochen der Öffentlichkeit vorstellen können.

14.03.2006

 
  Nachdruck erwünscht – bitte immer mit Angabe der Quelle Stiftung RUFZEICHEN GESUNDHEIT!