Stammzellen sollen Gefäße reparieren

Therapieansätze mit körpereigenen Stammzellen sind bereits für verschiedene Krankheiten wie Herzinfarkt oder multiple Sklerose in Erprobung. Amerikanische Forscher vom Indiana Center for Vascular Biology and Medicine wollen die Methode nun zur Behandlung der arteriellen Verschlusskrankheit einsetzen. Verursacht wird diese Gefäßerkrankung meist durch Arteriosklerose. Die dadurch bedingte schlechte Durchblutung – meist im Bereich der Beine – erzeugt Schmerzen, die betroffenen Gliedmaßen fühlen sich taub an. Im Verlauf können sich schlecht heilende Geschwüre entwickeln. Mögliche Therapien sind Bypass-Operationen oder das Aufdehnen der Engstellen mittels Ballonkatheter. Ist das nicht mehr möglich, droht unter Umständen sogar eine Amputation.

Mit der Hoffnung, auf lange Sicht eine neue, wirksame Therapie zu entwickeln, starten Michael Murphy und sein Team nun in die erste Studienphase. Anfangs geht es vor allem darum, die Sicherheit der Stammzell-Injektionen zu testen. Den Patienten wird unter Vollnarkose Knochenmark aus dem Beckenknochen entnommen. Die daraus gewonnenen Stammzellen injizieren die Forscher in den betroffenen Bereich. Sieben Patienten wurden bereits behandelt.

Stammzellen haben die Fähigkeit sich – je nach Bedarf – zu verschiedenen, spezialisierten Zellen zu entwickeln. Murphy hofft, dass aus den injizierten Zellen Endothelzellen werden – Zellen also, die die Innenauskleidung von Gefäßen bilden. Zudem sollen sie Wachstumsfaktoren bilden, um die Gefäßneubildung anzuregen. Frühe Studien an Versuchstieren haben gezeigt, dass die Hoffnung berechtigt ist: Stammzellen können zur Neubildung von Gefäßen beitragen. "Wir glauben, dass dies eine viel versprechende Methode ist. Sie könnte eines Tages Patienten mit schweren Formen der arteriellen Verschlusskrankheit helfen, für die es keine wirksame Therapie mehr gibt", sagt Murphy.

14.03.2006

 
  Nachdruck erwünscht – bitte immer mit Angabe der Quelle Stiftung RUFZEICHEN GESUNDHEIT!