Obwohl die Behandlung von hohen Cholesterinwerten bekanntermaßen das Risiko für Herz-Kreislauf- und Gefäßerkrankungen deutlich reduzieren kann, erhalten viele Risikopatienten keine ausreichende Therapie. Darüber berichten Forscher der Wake Forest Universität in der Zeitschrift der American Heart Associaton CIRCULATION.
Ein Team um Studienleiter David Goff wertete Daten der MESA-Studie (Multi-Ethnic Study of Atherosclerosis) aus. Eingeschlossen wurden 6814 Männer und Frauen ohne bekannte Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Blutdruck, Größe, Gewicht und Cholesterinwerte der Teilnehmer wurden festgehalten, genau wie ihre Rauchgewohnheiten, die aktuelle Medikation sowie die familiäre Belastung im Bezug auf Herzinfarkte. Anhand der Informationen teilten die Forscher die Probanden in drei Gefahrengruppen ein – je nachdem, ob das Risiko, in den nächsten zehn Jahren eine Herzgefäßerkrankung zu entwickeln, gering, mittel oder hoch war.
Wie die Auswertung ergab, wiesen 30 Prozent der Probanden Störungen des Cholesterinstoffhaushaltes auf, doch nur die Hälfte davon wurde entsprechend der aktuell gültigen Richtlinien behandelt. Besonders erschreckend: Am schlechtesten war die Cholesterinkontrolle bei den Menschen mit dem höchsten Risiko. Insgesamt schlecht schnitten Männer ab: Deutlich seltener als Frauen erhielten sie die passende Therapie.
14.03.2006