Einer Operation davonlaufen

Gehtraining ist bei Verschlusskrankheit offenbar genauso erfolgreich wie ein Eingriff

Patienten mit Verschlusskrankheit können durch regelmäßiges Gehtraining einen gefäßchirurgischen Eingriff vermeiden. Das berichten Forscher vom Ikazia-Krankenhaus in Rotterdam in der Fachzeitschrift Radiology. Bei Claudicatio intermittens, wie Mediziner die Verschlusskrankheit nennen, verspüren die Betroffenen aufgrund von Schäden in den Beinarterien nach einer gewissen Gehstrecke starke Schmerzen. Der Grund: Die Muskulatur wird nicht ausreichend mit Blut versorgt. Obwohl Gehtraining als erste Therapieoption gelte, nehme die Zahl der Eingriffe, bei denen die Gefäße aufgedehnt werden, derzeit zu, schreiben die Wissenschaftler.

In ihrer Studie untersuchten die holländischen Gefäßspezialisten nun den Krankheitsverlauf bei 151 Patienten mit Verschlusskrankheit, die zu Studienbeginn maximal 350 Meter schmerzfrei gehen konnten. Bei der Hälfte der Teilnehmer wurden die Beingefäße aufgedehnt, die andere Hälfte befolgte ein Jahr lang ein von der Klinik betreutes Bewegungsprogramm. Wie zu erwarten schnitten die operierten Teilnehmer unmittelbar nach dem Eingriff besser ab, schließlich waren ihre Gefäße nun wieder besser durchgängig. Bei späteren Kontrolluntersuchungen allerdings konnten die Ärzte zwischen beiden Gruppen keinen Unterschied mehr feststellen. „Nach sechs und zwölf Monaten hatte sich die Krankheit in gleichem Maße bei beiden Patientengruppen gebessert“, schreiben die Spezialisten.

11.05.2009

 
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