Nicht nur gegen Tropenfieber

Hilft ein Malaria-Medikament auch gegen Symptome des Metabolischen Syndroms?

Seit Jahrzehnten wird Chloroquin dazu verwendet, um die Tropenkrankheit Malaria zu verhindern und zu behandeln. Nun zeigen erste Laborversuche, dass das Medikament offenbar auch gegen verschiedene Symptome des Metabolischen Syndroms, einem Bündel gefährlicher Zivilisationskrankheiten wie Bluthochdruck, Fett- und Zuckerstoffwechselstörungen sowie Übergewicht, wirkt. Eine entsprechende Studie erschien kürzlich in der Zeitschrift Cell Metabolism.

Eine Gruppe von Wissenschaftlern – an der Spitze Clay F. Semenkovich von der Washington University und Michael B. Kastan vom Jude Children's Research Hospital – konnte demnach in Studien an Mäusen zeigen, dass Chloroquin gegen Gefäßschäden wirkt, den Bluthochdruck reduziert und sogar die Blutzuckerverwertung verbessert. Wie die Forscher herausfanden, aktiviert das Medikament einen bestimmten Signalweg. „In den Tieren ließ sich mit winzigen Dosen von Chloroquin dieser Mechanismus anstoßen und dadurch den verschiedenen Zuständen des Metabolischen Syndroms entgegenwirken“, erklärt Semenkovich, der in naher Zukunft mit klinischen Patientenstudien beginnen möchte. Seine Hoffnung: Mit Chloroquin könne möglicherweise ein zentraler Mechanismus gehemmt werden, der für die Entstehung des metabolischen Syndroms von Bedeutung ist. Somit müssten nicht für jedes Symptom einzeln Medikamente verabreicht werden. Auf keinen Fall sollten allerdings Patienten mit Metabolischen Syndrom jetzt schon Chloroquin einnehmen, warnt Semenkovich. Zuvor, so der Forscher, müssten noch eine ganze Reihe von Studien durchgeführt werden.

14.12.2006

 
  Nachdruck erwünscht – bitte immer mit Angabe der Quelle Stiftung RUFZEICHEN GESUNDHEIT!