Gewolltes Stottern des Zellmotors

Der Eingriff in die zelluläre Energieversorgung verhindert den Aufbau von Fettgewebe

Am Biozentrum der Universität Basel ist es Forschern gelungen, einen für die Energieversorgung der Zelle wichtigen Eiweißkomplex lahmzulegen. Damit ließ sich im Tierversuch die Bildung von Fettgewebe unterdrücken, wie die Wissenschaftler kürzlich in der Zeitschrift Cell Metabolism berichteten.

Mitochondrien gelten als die Kraftwerke der Zellen. Dort werden Zucker und Fett in den Energiestoff ATP umgewandelt. An diesem Vorgang wesentlich beteiligt ist der Eiweißkomplex TORC1. Professor Michael Hall und Pazit Polak von der Universität Basel nahmen ein bestimmtes Protein des Komplexes, das „raptor“-Eiweiß, genauer unter die Lupe. Als sie in Versuchstieren das zuständige Gen ausschalteten, stellten sie fest, dass die genetisch veränderten Tiere trotz energiereicher Nahrung schlank und gesund blieben – im Gegensatz zu Artgenossen, bei denen das Gen funktionierte. Auch im Hinblick auf die Insulin- und Cholesterinwerte schnitten die „raptorlosen“ Tiere besser ab.

Offenbar, so die Erklärung der Wissenschaftler, sinkt durch das fehlende Raptor-Eiweiß der Wirkungsgrad des energieliefernden TORC1-Komplexes. Der Motor gerät gewissermaßen ins Stottern. Er verbraucht viel mehr Zucker und Fett, um der Zelle noch ausreichend Energie zur Verfügung stellen zu können. Weitere Studien sollen nun zeigen, dass der TORC1-Komplex im Fettgewebe – wie die Schweizer Forscher vermuten – ein wirksamer Angriffspunkt für neue Medikamente zur Behandlung von Fettleibigkeit sein könnte.

14.01.2009

 
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