Auf die Lage kommt es an

US-Wissenschaftler weisen auf die hohe Gefahr hin, die von Organfett ausgeht

Amerikanische Forscher haben erneut einen Nachweis dafür erbracht, dass Fett nicht gleich Fett ist. Entscheidend für die jeweiligen Stoffwechseleigenschaften des Gewebes und die Gefahr, die von ihm ausgeht, ist der Ort, an dem es sich befindet. Wissenschaftler von der Wake Forest University in US-Bundesstaat North Carolina haben die Ergebnisse ihrer Studie in der Fachzeitschrift American Journal of Nutrition veröffentlicht. Sie hatten anhand von CT-Aufnahmen die Fettverteilung bei knapp 400 Menschen im Alter von 47 bis 86 Jahren untersucht.

Dabei fanden Dr. Jingzhong Ding und seine Kollegen heraus, dass ein direkter Zusammenhang besteht zwischen der Fettmenge, die ein Mensch um seine Organe herum und zwischen den Muskeln hat, sowie der Zahl von harten, verkalkten Ablagerungen in den Gefäßen (Plaques). Auch wenn von diesen harten Ablagerungen keine unmittelbare Gefahr ausgeht, weisen sie doch darauf hin, dass daneben auch viele instabile und fetthaltige Plaques vorhanden sind – und diese können aufbrechen und zu einem Herzinfarkt oder Schlaganfall führen. Studienleiter Ding fasst zusammen: „Es kommt also wirklich auf die Fettverteilung an. Wenn jemand viel Fettgewebe unter der Haut hat (subkutanes Fett), ist dies weniger gefährlich als viele Fettdepots um die Organe herum und im Muskel.“ Darüber hinaus weist der Forscher darauf hin, dass auch dünne Menschen zu viel Organfett haben können: „Wir sollten zudem nach einer einfachen Möglichkeiten suchen, diese Fettdepots aufzuspüren.“

Kürzlich erst hatte der eifrige Forscher eine Studie veröffentlicht, in der er die Gefährlichkeit von Fettgewebe in Herznähe untersuchte. Auch dort ließ sich laut Ding ein Zusammenhang zwischen der Fettmenge und der Menge an verkalkten Ablagerungen in den Gefäßen herstellen. „Wir gehen davon aus, dass das herznahe Fettgewebe Entzündungsstoffe direkt in die Herzkranzgefäße abgibt und so unmittelbar die Funktion der Gefäßinnenauskleidung verändert“, erklärt Ding. Diese sogenannte endotheliale Dysfunktion führt letztlich zu Arteriosklerose.

14.10.2008

 
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