Hungerhormon beteiligt an Diabetesentwicklung?
Lange wurde das Hormon Ghrelin, das Zellen der Magenschleimhaut bei Hunger produzieren, als Schlüssel für die Behandlung von Übergewicht angesehen.

Verschiedene medikamentöse Gegenspieler wurden entwickelt – ohne wirklich zu überzeugen. Nun glauben US-Forscher, diese Arzneien könnten statt gegen Übergewicht gegen Diabetes eingesetzt werden.

Dr. Roy G. Smith, Forscher am Bayler College of Medicine (USA), und seinem Team gelang es, bei Versuchstieren die Ghrelinproduktion vollkommen auszuschalten. Die so veränderten Mäuse zeigten erstaunlich niedrige Blutzuckerkonzentrationen, wenn sie eine Zuckerration verabreicht bekamen. Als die Wissenschaftler die Vorgänge genauer analysierten, stellten sie fest, dass das Fehlen von Ghrelin die Insulinproduktion ankurbelte und die Körperzellen sensibler für das Hormon machte. „Beide Wirkungen führen dazu, dass Zucker besser aus dem Blut entfernt wird“, erklärt Dr. Yuxiang Sun, die ebenfalls an der Studie beteiligt war.

Eines Tages, mutmaßt Studienleiter Smith, könnten medikamentöse Ghrelin-Gegenspieler vielleicht zur Therapie von Diabetes eingesetzt werden. Gleichzeitig aber warnt er auch: „Die übermäßige Stimulation der Insulin produzierenden Inselzellen erzeugt unter Umständen so viel oxidativen Stress, dass die Zellen zugrunde gehen.“

22.05.2006

 
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