Mehr Grün, mehr Sport? Fehlanzeige!

Viele Grünflächen in der Nachbarschaft haben keine Auswirkung auf das Maß der sportlichen Aktivität der Bevölkerung

Viele Grünflächen und Parks in der Nachbarschaft ermuntern Menschen nicht zwangsläufig zu mehr Bewegung und sportlicher Aktivität. Zu diesem Ergebnis kommen niederländische Forscher nach der Befragung von rund 5000 Menschen in Holland. Die Studie wurde in der Zeitschrift BMC Public Health veröffentlicht.

Die Informationen des Fragebogens bezüglich der körperlichen Aktivität und des Gesundheitszustandes der Teilnehmer setzten die Wissenschaftler des „Netherlands Institute for Health Services Research (NIVEL)“ ins Verhältnis zur Menge an Grünflächen innerhalb eines Umkreises von einem und drei Kilometern um den Wohnsitz. Obwohl Holländer bekanntlich gerne Rad fahren, stellten die Forscher überraschend fest, dass die Teilnehmer umso weniger auf das Fahrrad zurückgriffen und umso weniger spazieren gingen, je mehr Grünflächen in der Nachbarschaft waren. Eine Erklärung für diesen unerwarteten Zusammenhang lieferten die Studienautoren auch: Sie vermuten, dass viele Grünflächen in der Nachbarschaft dazu führen könne, dass Geschäfte und andere Einrichtungen weiter entfernt sind und diese daher mit dem Auto angesteuert werden. Für mehr körperliche Aktivität scheint die Nähe zu Alltagseinrichtungen wie Geschäften, Restaurants oder Arztpraxen wichtiger zu sein als die Nähe zu Parks.

„Es scheint, dass schon der Anblick von Grünflächen motivierend auf die körperliche Aktivität wirkt – mehr als die tatsächliche Nähe zu den Parks jedenfalls. Klar ist aber, dass kein Zusammenhang zwischen dem Ausmaß der körperlichen Aktivität und der Menge an Grünflächen in der Nachbarschaft besteht“, fasst Studienleiterin Jolanda Maas ihre Ergebnisse zusammen.

19.06.2008

 
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