Unverzichtbar!

Schweizer Studie unterstreicht, welche Bedeutung Eltern in der Behandlung von kindlichem Übergewicht zukommt

Bekannt ist, dass bei kindlichem Übergewicht ein Programm für Eltern und Kinder einer alleinigen Behandlung der Kinder überlegen ist. Nun haben Schweizer Wissenschaftler den Spieß umgedreht und die Wirksamkeit von Eltern-Kind-Programmen mit solchen Behandlungen verglichen, an denen nur Eltern teilnehmen. Letztere erwiesen sich dabei als mindestens ebenso erfolgreich – auf längere Sicht wohl sogar besser. Die Studie wurde in der Zeitschrift Psychotherapy and Psychosomatics veröffentlicht.

65 übergewichtige Kinder und ihre Familien hatte Simone Munsch vom Institut für Klinische Psychologie und Psychotherapie der Universität Basel in die Studie eingeschlossen. Per Zufall wurden sie einer von zwei Gruppen zugeteilt: So erhielten entweder Eltern und Kinder zusammen eine sechsmonatige Behandlung, die auf Verhaltensänderungen in den Bereichen Essen, Ernährung und Bewegung abzielte, oder aber nur die Eltern unterzogen sich diesem Training.

Am Ende der Therapie war in beiden Gruppen das Gewicht der Kinder im Schnitt um sieben Prozent gesunken – diese Abnahme hatten die Forscher erwartet. Überrascht wurden sie jedoch von der Tatsache, dass das Nur-Eltern-Training sogar noch leicht bessere Ergebnisse brachte als die Eltern-Kinder-Programme. Als Erklärung führt Munsch an, dass die Eltern, die ohne Kinder teilgenommen hatten, sich stärker in die Pflicht genommen fühlten. Sie hätten von Anfang an gewusst, dass es nur auf sie ankomme. Diese Ergebnisse unterstreichen, aus Sicht der Forscher, wie wichtig für die Behandlung von kindlichem Übergewicht das Einbeziehen und Motivieren der Eltern ist.

19.06.2008

 
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