US-Forscher stellen verminderten Blutfluss im Gehirn bei Hochdruckpatienten fest und vermuten einen Zusammenhang mit Demenz-Symptomen
Unbehandelter Bluthochdruck erhöht offenbar die Verletzlichkeit des Gehirns von Alzheimer-Patienten und verstärkt auf diese Weise die Symptome der Krankheit. Das glauben zumindest Mediziner von der US-Universität Pittsburgh, die kürzlich auf dem Jahrestreffen der Radiological Society of North America (RSNA) von entsprechenden Untersuchungsergebnissen berichteten.
Für ihre Studie hatten Cyrus Raji und seine Kollegen 68 ältere Menschen mit einer speziellen Kernspinmethode untersucht, die ohne Kontrastmittel den Blutfluss im Gehirn sichtbar macht. 20 Studienteilnehmer waren bereits an Alzheimer erkrankt. Es zeigte sich, dass der Blutfluss im Gehirn von Hypertonikern erniedrigt war – sowohl bei jenen mit Alzheimer-Erkrankung als auch bei jenen ohne. Am geringsten jedoch fiel die Hirndurchblutung bei den Patienten mit Hochdruck und Alzheimer aus.
„Bluthochdruck verursacht sicherlich nicht Alzheimer“, stellt Forscher Cyrus Raji klar, „aber unsere Untersuchungen machen deutlich, dass er das Gehirn der betroffenen Patienten zusätzlich schädigt und die Auswirkungen der Krankheit verstärkt.“ Umgekehrt belegt die Studie aber auch, dass gut funktionierende Blutgefäße dem Gehirn und seiner Leistungsfähigkeit sehr guttun. Gerade bei Alzheimer-Patienten, schlussfolgern die Wissenschaftler, sei es daher wichtig, einen vorhandenen Bluthochdruck frühzeitig zu diagnostizieren und richtig zu behandeln. Bei anderen Formen von Demenz ist Bluthochdruck als wichtiger Risikofaktor seit Längerem anerkannt.
19.12.2007