Müder Stoffwechsel

Amerikanische Studie stellt einen Zusammenhang zwischen Schlafmangel und Diabetes fest

Die klassischen „Zutaten“ für die Entstehung eines Metabolischen Syndroms sind hinlänglich bekannt: Zu wenig Bewegung verbunden mit einer zu kalorienreichen Ernährung machen Experten für die weltweite Diabeteswelle verantwortlich. US-Amerikanische Forscher bringen nun auch das Schlafverhalten ins Spiel: Einer kürzlich in der Fachzeitschrift Sleep erschienenen Studie zufolge kommt Schlafmangel als Cofaktor für die Entwicklung von Diabetes in Betracht.

Zu dieser Schlussfolgerung kommt Studienautor James E. Gangwisch von der Columbia-Universität in New York nach der neuerlichen Auswertung älterer Daten: Im Rahmen des National Health and Nutrition Examination Survey waren über zehn Jahre lang (von 1982 bis 1992) knapp 9.000 Teilnehmer im Alter zwischen 32 und 86 Jahren beobachtet und untersucht worden. Unter anderem hatte man sie zur täglichen Schlafdauer befragt.

Als sich Gangwisch die Daten anschaute, stellte er fest, dass für diejenigen, die höchstens fünf Stunden pro Nacht schliefen, die Wahrscheinlichkeit, an Diabetes zu erkranken, deutlich höher war als für Studienteilnehmer mit einem siebenstündigen Nachtschlaf. Dieser Unterschied ließ sich nicht durch andere Faktoren wie Bewegung, Depression, Alkoholkonsum, Bildung, Gewicht oder Alter erklären. Insgesamt war die Diabetesgefahr für Menschen mit chronischem Schlafmangel um beachtliche 47 Prozent erhöht. Eine medizinische Erklärung für diesen statistischen Zusammenhang gibt es bisher allerdings noch nicht. Dennoch zieht Gangwisch praktische Schlüsse aus seiner Untersuchung: „Wenn es gelingt, mehr und besser zu schlafen, könnte das unter Umständen der Diabetesvorbeugung dienen.“ Um ausgeruht und leistungsfähig zu sein, brauchen Erwachsene im Schnitt acht bis neun Stunden Schlaf pro Nacht. Schulkinder sollten zehn bis elf Stunden schlafen, Kindergartenkinder sogar elf bis 13 Stunden.

19.12.2007

 
  Nachdruck erwünscht – bitte immer mit Angabe der Quelle Stiftung RUFZEICHEN GESUNDHEIT!