Fettreiche Ernährung hatte vor mehreren Tausend Jahren die gleichen Folgen wie heute
Schon zu Zeiten der ägyptischen Hochkultur und nicht erst in der Moderne hat fettreiche Ernährung Menschen das Leben gekostet. Das lässt sich aus den Ergebnissen ableiten, die britische Wissenschaftler kürzlich in der Zeitschrift Lancet veröffentlichten. Ihre Untersuchungen an erhaltenen Mumienteilen zeigten verstopfte Arterien und verkalkte Gefäßwände. Diese Veränderungen gelten als Hinweise auf Atherosklerose, einer Krankheit, die mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall verbunden ist. Bisher hielten Mediziner sie für eine moderne Zivilisationskrankheit, zurückzuführen auf einen modernen, ungesunden Lebensstil. Doch nun scheint es ganz so, als ob Atherosklerose schon seit Tausenden von Jahren in Erscheinung getreten ist.
Als sie die Hieroglyphen von ägyptischer Tempelinschriften entzifferten, erfuhren die Wissenschaftler, dass den Göttern dreimal am Tag Rind, Gans, Brot, Früchte, Kuchen, Wein und Bier geopfert wurden. Nach jeder Zeremonie schleppten die Priester das Essen für sich und ihre Familien mit nach Hause. Dieser ausgesprochen fettreiche Ernährungsplan bliebt nicht ohne Folgen: Beim Auswerten der Computertomografien (CT) von erhaltenen Mumienteilen stießen die Forscher bei vielen Priestern und deren Familienangehörigen auf verstopfte Arterien und Gefäßverkalkung. Daten von 60 Mumien standen den Wissenschaftlern zur Verfügung. „Wer wie Gott lebt, bezahlt das mit seinem Leben“, bringt Professorin Rosalie David von der Universität Manchester ihre Ergebnisse auf den Punkt.
24.03.2010