Schon bei Kleinkindern stoßen US-Forscher auf einen Zusammenhang zwischen Übergewicht und Entzündung im Körper
Ein Laborwert für Entzündungen, die Wissenschaftler bei Erwachsenen mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung bringen, findet sich bereits bei übergewichtigen Kindern. Bereits ab dem dritten Lebensjahr kommt es zu einem Anstieg des C-reaktiven Proteins (CRP) im Blutserum, berichten Forscher von der US-Universität in Chapel Hill (North Carolina). Laut der Studie, die in der Zeitschrift Pediatrics erschienen ist, sind bei kleinen Übergewichtigen auch zwei weitere Entzündungswerte erhöht – einer ab dem sechsten, der andere ab dem neunten Lebensjahr. Mediziner gehen heute davon aus, dass krankhaftes Übergewicht bei Erwachsenen eine unterschwellige Entzündung auslöst, die in der Folge zu Veränderungen an den Gefäßen und einer erhöhten Gefahr für Herz-Kreislauf-Erkrankungen führt.
„Wir waren überrascht“, gibt Studienautorin Dr. Asheley Cockrell Skinner zu, „dass sich der Zusammenhang zwischen Übergewicht und erhöhten Entzündungsparametern schon bei deutlich jüngeren Kindern feststellen ließ, als wir es erwartet hätten.“ Zusammen mit Kollegen hatte die Ärztin die Daten von über 16.000 Kindern im Alter von einem Jahr bis 17 Jahren überprüft. Diese waren im Rahmen einer US-weiten Ernährungsstudie zwischen 1999 und 2006 untersucht worden. Anhand ihres BMI wurden die Kinder in vier Kategorien eingeteilt – normalgewichtig, übergewichtig, fettleibig und sehr fettleibig. In der letzten Gruppe wiesen im Alter von drei bis fünf Jahren bereits 42,5 Prozent erhöhte CRP-Spiegel auf – im Vergleich zu nur 18 Prozent für gleichaltrige Normalgewichtige. Noch eindeutiger war der Vergleich bei den 15- bis 17-Jährigen: Bei mehr als 80 Prozent der stark Übergewichtigen ließen sich die erhöhten Entzündungswerte nachweisen, während sich diese bei normalgewichtigen Altersgenossen nur bei 18 Prozent fanden.
24.03.2010