Bauchfett erhöht Sterberisiko bei Männern

Seine Bedeutung für das Metabolische Syndrom steht seit Jahren außer Frage: Das Bauchfett oder viszerale Fett nimmt in allen gängigen Definitionen eine zentrale Position ein. Nun haben kanadische Forscher von der Queen's Universität in Kingston erstmals auch eine Verbindung zwischen den stoffwechselaktiven Fettzellen im Bauchraum und der Sterblichkeit von Männern festgestellt. Ihre Ergebnisse hat das Team um Jenniver Kuk in der Online-Ausgabe der Zeitschrift OBESITY RESEARCH veröffentlicht. „Unsere Studie belegt, wie wichtig es ist, bei therapeutischen Maßnahmen gegen Übergewicht auch auf das Bauchfett zu achten“, erklärt Kuk. Da dessen Menge anhand des Bauchumfangs gut abzuschätzen ist, raten die kanadischen Forscher ausdrücklich, diesen Wert in die Routinediagnostik mit einzubeziehen.

Im Rahmen der veröffentlichten Studie werteten die Wissenschaftler Computertomographien des Bauchraumes von 291 Männern mittleren Alters aus. Der Beobachtungszeitraum betrug im Schnitt 2,2 Jahre. 97 der Männer starben in dieser Zeit. Als ein guter und unabhängiger Prognosefaktor für Erkrankungswahrscheinlichkeit und Sterblichkeit entpuppte sich dabei die Menge des Bauchfettes, das Körpergewicht alleine dagegen nicht. Der Grund: Regelmäßiges körperliches Training hilft zwar den Anteil des viszeralen Fettes zu reduzieren und damit das Erkrankungsrisiko zu senken, Auswirkungen auf das Körpergewicht hat dies aber nicht zwangsläufig, da die Muskelmasse gleichzeitig zunehmen kann.

Auch wenn diese Untersuchung auf Männer beschränkt war, weist Studienleiterin Kuk darauf hin, dass das Bauchfett auch bei Frauen ein wichtiger Risikofaktor ist. „Die Bedeutung von körperlicher Aktivität und der Messung des Bauchumfangs ist für Frauen und Männer gleichermaßen bedeutend.“

24.04.2006

 
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