Es ist kein Geheimnis: Viele Diabetiker leiden unter Geschwüren an den Beinen. Die schlecht heilenden Wunden sind eine häufige Komplikation. Nach Expertenschätzungen kommt es sogar in bis zu 15 Prozent der Fälle zu Amputationen. Besonders gefährdet sind Menschen mit Typ-2-Diabetes. Die zugrunde liegenden Mechanismen für die Hautschäden waren bisher wenig bekannt. Sicher, schlechte Durchblutung aufgrund fortgeschrittener Gefäßschäden spielt eine Rolle. Aber was passiert tatsächlich in der Haut, bevor Geschwüre auftreten?
Die ursächlichen Prozesse meinen britische Forscher von der Universität von Bristol nun aufgedeckt zu haben. Sie verglichen Hautproben von Patienten – jeweils von der gesunden und der kranken Seite – und orteten die Problemzone im Bindegewebe der Haut. Dort führt schlechte Durchblutung zu einem Mangel an Sauerstoff, wodurch sich die Teilungsrate der Bindegewebszellen erhöht. Allerdings produzieren diese nur minderwertiges Kollagen – das Eiweiß ist normalerweise für die Stabilität der Haut verantwortlich. Der Qualitätsverlust des Kollagens hat zur Folge, dass die Haut immer mehr Schwachstellen aufweist. Dort reißt sie leichter ein, und es bilden sich Geschwüre. Die Forscher hoffen, ihre Erkenntnisse könnten dazu beitragen, die Behandlung von Beingeschwüren zu verbessern und die Zahl der Amputationen zu verringern.
24.04.2006