Rauchen führt zu Zuckerstoffwechselstörungen

Amerikanische Forscher stellen Zusammenhang zwischen Passivrauchen und Glukoseintoleranz her

Rauchen und passives Rauchen kann bei jungen Erwachsenen zur Entwicklung von Frühformen einer Zuckererkrankung führen, berichten amerikanische Forscher in der Online-Ausgabe des BRITISH MEDICAL JOURNAL (BMJ). Im Rahmen der so genannten CARDIA-Studie untersuchte ein Team von Wissenschaftlern – koordiniert von der Universität von Alabama – 4572 Männer und Frauen in den vier US-amerikanischen Städten Birmingham (Alabama), Chicago (Illinois), Minneapolis (Minnesota) und Oakland (Kalifornien).

Eingeteilt wurden die Teilnehmer anhand ihrer Rauchgewohnheiten. Die vier Gruppen bestanden aus Rauchern, ehemaligen Rauchern, Passivrauchern und Menschen, die keinem Rauch ausgesetzt waren. Über 15 Jahren hinweg beobachteten die Forscher, bei wie vielen Menschen sich eine Glukoseintoleranz entwickelte. Der Zustand gilt als Vorstadium einer Diabetes-Erkrankung: Die Bauchspeicheldrüse muss mehr und mehr Insulin ausschütten, weil dessen Wirksamkeit allmählich nachlässt. Insgesamt hatten Raucher mit 22 Prozent die höchste Erkrankungswahrscheinlichkeit und Menschen, die auch keinem Rauch ausgesetzt waren, die geringste (weniger als 12 Prozent). Erstaunt waren die Forscher jedoch, als sie feststellten, dass sich für Passivraucher ein 17-prozentiges Risiko ergab, während das für ehemalige Raucher nur bei 14 Prozent lag.  

Eine schlüssige Erklärung für das Phänomen haben die Wissenschaftler noch nicht: Sie vermuten, dass Passivraucher höhere Konzentrationen bestimmter Giftstoffe aufnehmen als Raucher. Einer davon könnte die Bauchspeicheldrüse besonders schädigen. Um die Ursache des erhöhten Risikos festzustellen, seien weitere Studien nötig, schreiben die Forscher.

24.04.2006

 
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