Nachgefragt bei Dr. Peter Schwarz, Präventionsforscher an der Universität Dresden
Wie bestimmt man das Diabetesrisiko einer Person?
In Finnland wurde eben dafür ein sehr guter und gleichzeitig ausgesprochen einfacher Fragebogen entwickelt. Er umfasst acht Fragen, die jede Person schnell und leicht beantworten kann. Labortests sind dazu nicht nötig.
Welches Ergebnis liefert der Test?
Nach Auswertung der Daten ergibt sich für jede Person eine Prozentzahl. Diese gibt Auskunft über die Wahrscheinlichkeit, in den nächsten zehn Jahren an Diabetes zu erkranken. Liegt der Wert beispielsweise bei 30, so heißt das, dass etwa jede dritte Person mit diesem Risiko in den nächsten zehn Jahren tatsächlich mit einer Zuckerkrankheit konfrontiert sein wird. Ab einer gewissen Gefährdung lassen sich anhand des Testergebnisses Empfehlungen aussprechen: Personen, deren Diabetes-Risiko über zehn Prozent liegt, sollten Vorbeugemaßnahmen ergreifen. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um Lebensstiländerungen, die mehr Bewegung und weniger kalorienreiche Nahrung umfassen.
Der Fragebogen wurde anhand von finnischen Daten entwickelt. Gelten für Menschen in Deutschland dennoch die gleichen Abschätzungen?
Natürlich haben wir uns auch gefragt, ob die finnischen Daten sich auf Deutschland übertragen lassen. Wir haben den Fragebogen daher in einer speziellen Studie getestet. Dabei hat sich gezeigt, dass die Abschätzungen auch hierzulande ausgezeichnet funktionieren.
30.10.2006