Neues Medikament für Typ-2-Diabetes zugelassen

In den Vereinigten Staaten ist eine neue Substanz zur Behandlung von Typ-2-Diabetes von der Arzneimittelbehörde FDA zugelassen worden. Der Wirkstoff Sitagliptin gehört zur Gruppe der DPP-4-Inhibitoren. Gehemmt wird das Enzym Dipeptidyl-Peptidase-4, das im Körper weit verbreitet ist und an der Blutzuckerregulation mitwirkt. Anders als bei vielen anderen Diabetes-Medikamenten nehmen Patienten bei der Behandlung mit diesem Wirkstoff offenbar nicht zu – das zumindest haben die Zulassungsstudien ergeben. Nach Angaben des Herstellers nahmen die Patienten bei einer Therapiedauer von 24 Monaten im Schnitt sogar 0,2 Kilogramm ab.

Verschrieben werden darf Sitagliptin in den USA nun Patienten, die es mit Diät und körperlicher Betätigung nicht schaffen, die Blutzuckerspiegel ausreichend zu senken. In den vorgelegten Zulassungsuntersuchungen flossen die Erfahrungen mit mehr als 2700 Patienten ein. Diabetologen meinen aber, dass das neue Medikament in einer Kombinationstherapie mit einem oralen Antidiabetikum eingesetzt werden müsste. Immerhin erreichten in den entsprechenden Studien doppelt so viele Patienten mit der Wirkstoffkombination eine sehr gute Blutzuckereinstellung als ohne. Und noch einen Vorteil scheint Sitagliptin zu haben: Es ruft nur sehr selten Unterzucker-Zustände hervor. Als wichtigste Nebenwirkungen werden laufende Nase, Atemwegsinfektionen sowie Kopfschmerzen angegeben. Die Zulassung in Deutschland könnte möglicherweise schon im kommenden Jahr erfolgen.

30.10.2006

 
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