Britische Forscher ermitteln einen Gewinn von 14 Lebensjahren durch einen gesunden Lebensstil
Wer vier gesunde Verhaltensweisen pflegt, verlängert sein Leben um 14 Jahre. Auf diese kurze Formel lässt sich eine Studie bringen, die kürzlich in der Internet-Zeitschrift PloS Medicine erschien. Forscher um Kay-Tee Khaw von der Universität von Cambridge hatten Menschen, die nicht rauchten, sich ausreichend bewegten, nur wenig Alkohol tranken und fünf Mal am Tag Gemüse und Obst aßen, mit Personen verglichen, die all dies nicht taten, also ungesund lebten.
Um die Wirkung dieser vier Verhaltensweisen auf die Lebenserwartung zu untersuchen, hatten die Wissenschaftler zwischen 1993 und 1997 mehr als 20000 gesunde Frauen und Männer im Alter zwischen 45 und 79 Jahren aus dem britischen Norfolk einen Fragenbogen ausfüllen lassen. Für jede gesunde Verhaltensweise, die ein Teilnehmer dabei angab, bekam er bei der Auswertung einen Punkt – jeder konnte also maximal vier Punkte erreichen: wenn er nicht rauchte, wenig Alkohol trank, sich ausreichend bewegte und viel frisches Obst und Gemüse aß.
Nach elf Jahren Nachbeobachtung ermittelten die Forscher nun, dass die Sterblichkeit der Teilnehmer mit einer steigenden Anzahl von Punkten abnahm: Je mehr Punkte jemand hatte, je gesünder er also lebte, desto geringer war für ihn die Wahrscheinlichkeit zu sterben. Umgekehrt stieg das Sterberisiko für jene, die nur drei gesunde Verhaltensweisen pflegten, im Vergleich zu völlig gesund lebenden Studienteilnehmern um 39 Prozent. Es verdoppelte sich, wenn nur zwei Verhaltensweisen befolgt wurden, und stieg um das Zweieinhalbfache bei nur einem erfüllten Kriterium. Diejenigen, die völlig ungesund (nach den Studienvorgaben) lebten, hatten sogar ein vierfach erhöhtes Sterberisiko. Anschaulich macht den Gewinn an Lebensjahren die Überlebenskurve der Teilnehmer: Am Ende der Nachbeobachtungzeit lebten von denjenigen, die einen völlig gesunden Lebensstil pflegten, noch 95 Prozent, von denen mit einem völlig ungesunden Lebensstil noch 75 Prozent.
Das Forscherteam errechnete aus den Zahlen einen einfach nachvollziehbaren Vergleich: Wer alle der gesundheitsfördernden Verhaltensweisen praktizierte, hatte das gleiche Sterberisiko wie eine 14 Jahre jüngere Person, die keine dieser Verhaltensweisen umsetzte – er gewann also gewissermaßen diese 14 Lebensjahre. Diese Zusammenhänge erwiesen sich als unabhängig von Faktoren wie Gewicht, Alter, Geschlecht und sozialer Schicht. Die britische Studie ist Teil einer europaweiten Befragung: Im Rahmen der sogenannten EPIC-Studie (European Prospektive Investigation into Cancer and Nutrition) wurden mehr als eine halbe Millionen Menschen in zehn Ländern Europas, darunter auch Deutschland, zu ihren Lebens- und Ernährungsgewohnheiten befragt.
28.01.2008