Leptin senkt Zuckerspiegel
Überraschende Wirkung des Appetit-Hormons entdeckt

Das Appetit-Hormon Leptin könnte eines Tages die Therapie von Typ 2-Diabetikern verbessern. Das hoffen zumindest Forscher der Universität von Florida (USA), denen es gelungen ist, durch einen Eingriff in den Leptin-Haushalt von Labortieren deren Diabeteserkrankungen zu heilen. Diese Ergebnisse publizierten die Wissenschaftler um Professor Satya Kalra kürzlich in der Zeitschrift Peptides. Zuvor hatten Studien lediglich gezeigt, dass das Hormon Leptin bei Säugetieren Körpergewicht und Appetit reguliert. Nun gibt es also erstmals auch Hinweise darauf, dass es Einfluss auf die Insulinsekretion nimmt. „Die Erkenntnis kam völlig überraschend“, erklärt Kalra

Bei ihrer Arbeit stellten die amerikanischen Forscher fest, dass das Hormon Leptin bei Mäusen mit diabetischer Stoffwechsellage auf einen bestimmten Gehirnabschnitt, den so genannten Hypothalamus, wirkte. Dort verhinderte es offenbar eine Steigerung der Insulinproduktion der Bauchspeicheldrüse, was wiederum den Blutzuckerspiegel ansteigen ließ und letztendlich die Diabeteserkrankung der Tiere verschlimmerte. Als die Forscher aber mithilfe eines gentechnischen Verfahrens die Produktion von Leptin im Gehirn steigerten, besserte sich die Stoffwechsellage merklich. „Wir konnten mit dem Verfahren die Blutzuckerkonzentration in den Normalbereich zurückführen und die Insulinkonzentration im Blut blieb ebenfalls niedrig“, erklärt Studienautor Kalra. „Mit anderen Worten: Uns gelang es, den Diabetes der Tiere zu heilen.“ Allerdings weist der Forscher auch darauf hin, dass weitere klinische Tests nötig seien, bis das gentechnische Verfahren am Menschen angewandt werden könne.

29.09.2006

 
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