Sport rettet Leben

Schon mäßige körperliche Aktivität senkt das Sterberisiko von Diabetikern – unabhängig vom Körpergewicht

Wenn zuckerkranke Männer etwas körperlich aktiv sind, senkt dies ihr Sterberisiko deutlich. Das gilt für Normal- und Übergewichtige gleichermaßen. So hatten einer amerikanischen Studie zufolge Männer mit Typ-2-Diabetes, die ein durchschnittliches Leistungsniveau hatten, in dem siebenjährigen Beobachtungszeitraum ein um 40 bis 50 Prozent geringeres Sterberisiko als ihre weniger agilen Leidensgenossen.

Roshney Jacob-Issac und ihr Team vom George Washington University Hospital and the Veterans Affairs Medical Center beobachteten 2690 Männer mit Diabetes in den Städten Washington D.C. und Palo Alto (Kalifornien). 406 hatten Normalgewicht, 1088 waren übergewichtig, 1196 fettleibig. Anhand von Tests auf dem Fahrradergometer wurden die Teilnehmer anfangs in drei Gruppen eingeteilt: solche mit niedriger, mit mittlerer und guter Fitness. Wie zu erwarten, war das Sterberisiko umso geringer, je besser die Fitness zu Beginn des siebenjährigen Beobachtungszeitraums war.

Bemerkenswert war auch, dass im Vergleich zur Gruppe mit geringer Fitness, bei den durchschnittlich fitten Teilnehmern die Sterberate um 40 Prozent niedriger lag. Das galt sowohl für Normal- wie auch Übergewichtige. Bei den Fettleibigen war das Sterberisiko sogar um 52 Prozent geringer, wenn sie ein durchschnittliches Leistungsniveau hatten. Der Überlebensvorteil war in der Gruppe mit hervorragender Fitness noch größer: 60 Prozent für Normalgewichtige bzw. 65 Prozent für Übergewichtige. Keine Rolle spielten dabei das Alter der Teilnehmer, andere Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Medikamente.

„Diabetiker sollten Fitness und Belastbarkeit mindestens auf ein durchschnittliches Niveau heben“, empfiehlt Studienautorin Jacob-Issac. „Sicherlich ist Gewichtsverlust sehr wichtig, doch mindestens ebenso bedeutend ist das Maß an körperlicher Aktivität.“ Um die von ihr festgestellten Effekte zu erreichen, sei es nötig, mindestens 30 Minuten an fünf Tagen in der Woche flott zu gehen, rät die Expertin. Dies entspricht den gängigen Empfehlungen vieler medizinischer Fachgesellschaften.

29.07.2008

 
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